Am letzten Augustwochenende stand der nächste größere MTB-Marathon in Skandinavien an. Beim Bockstensturen sind abwechslungsreiche Strecken auf dem Mountainbike zu bewältigen. Hier geht es vom Start am Meer an der Festungsanlage in Varberg zunächst in’s Landesinnere zu einer kupierten Seen- und Waldlandschaft bei Åkulla, wo unzählige Singletrails auf die Starter warten, bevor es wieder an die ebenso kupierte Küste zum Zielspurt mit Trail um den Festungsgraben nach Varberg geht.

Diesmal startete Andreas (100km) nicht als einziger im RSV-Dress, sondern bekam Gesellschaft von Torge, der die Kurzdistanz von 30km in Angriff nahm. Auch diese ist wie die anderen Strecken (30/50/75/100km) sehr abwechslungsreich und interessant gestaltet. So hat es einen guten Mix von sandigen Böden über Wiesentrails, Schotterwegen und Waldböden. Asphalt hingegen kommt nur während der Startphase unter die Stollenreifen. Einzig allein ein längerer Anstieg oder Abfahrt fehlen geographisch bedingt. So fordern die vielen Wechsel von Anstieg/Abfahrt/Untergrund jedoch die Antrittsstärke und können bei falscher Einteilung das Rennen gegen Ende sehr zäh werden lassen.

Durch eine gute Einteilung der Kräfte (d.h. vor allem eine gemäßigte Startphase) konnte Andreas sich im Laufe des Rennens stetig verbessern. Die salzige Luft, die man am letzten Buckel mit Ausblick auf die Ostsee wahrnehmen kann, setzte weitere Energie frei und so erreichte er nach einem Schlussspurt entlang der Küste (siehe Bild) als gesamt 77. (AK 19.) mit einer Zeit von 4:35 hh:min erschöpft den Zielbereich. Dies bedeutete eine persönliche Bestzeit bei dem Rennen, bei dem der die Jahre zuvor schon ein paar Mal angetreten war. Torge setzte bei seiner Premiere bei einem Radrennen in Skandinavien gleich zu Beginn ein Ausrufezeichen! So attackierte er kurz nach Aufhebung der neutralisierten Phase, was seine Konkurrenten überraschte. Er konnte sich gleich alleine absetzen und machte den vorausfahrenden Begleitmotorrädern ordentlich Druck. Seine Verfolger könnten den stetig anwachsenden Vorsprung nicht einholen. So erreichte er unter großem Beifall der auch auf der Strecke zahlreich erschienenen Zuschauer das Ziel unter der vorher vom Veranstalter prognostizierten Zielankunft (somit gibt es leider kein Fotodokument seines Sieges, der als erster internationaler Sieg in die RSV-Annalen eingehen dürfte, da der Fotograf noch nicht bereit war)! Mit der Zeit von 1:06 hh:mm siegte er nicht nur auf den 30km, sondern stellt auch gleich einen Streckenrekord auf der neu gestalteten Runde auf, an dem sich die Radler zukünftig die Zähne ausbeißen werden.